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raku und kintsugi

Die Entwicklung und Verbreitung von kintsugi fällt in eine Zeit der philosophischen Umwälzung. Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts vollzog sich ein Umbruch in der kulturellen Tee-Tradition Japans - weg vom Prunk, hin zu Einfachheit, Natürlichkeit und Anerkennung der Wirklichkeit - die Philosophie von wabi sabi wurde durch Teemeister verbreitet.
Einfache Teegerätschaften, von einheimischen Handwerkern gefertigt, standen im Mittelpunkt.
In dieser Zeit entstand auch eine neue keramische Technik, die als raku bekannt und von besonderer Bedeutung für die Herstellung von Utensilien der Teezeremonie wurde. Die raku Keramik wurde aus schamotte- bzw. quarzreicher Tonmasse hergestellt und mit einer Bleiglasur (traditionell in rot oder schwarz) überzogen. Gebrannt wurde bei Temperaturen um 800°C bis 1000°C. Die Keramiken wurden anschließend im heißen Zustand mit einer Zange aus dem Ofen genommen. Während der Abkühlung springt die Glasur und bildet ein charakteristisches Krakelee. Raku Keramik ist relativ dickwandig, damit sie den Temperaturschock beim Abkühlen schadlos übersteht und besitzt einen porösen Scherben, der leicht brechen kann. Möglicherweise gibt es hier einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung von raku und der Entstehung der kintsugi Technik, mit der gebrochene Teeschalen repariert wurden.

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