Urushi no ki (lat. Rhus verniciflua oder auch Toxicodendron vernicifluum) aus der Familie der Anacardiaceae (Sumachgewächse) ist der Baum, von dem der Naturlack mit der japanischen Bezeichnung Urushi in Japan, China und Korea gewonnen wird. Nach etwa zehn Jahren hat ein solcher Baum eine Höhe von 10 bis 15 Metern bei einem Stammumfang von etwa einem halben Meter erreicht und liefert einen Lackertrag von bis zu 200 Gramm.
Für Klebearbeiten wird Rohlack benötigt. Der Standardrohlack ist der Ki-urushi, der heute oft unter der Handelsbezeichnung Seshime-urushi erhältlich ist und für Kintsugi verwendet wird.
Seshime-urushi (auch Eda-urushi) wird überwiegend für Grundierungen sowie zusammen mit anderen natürlichen Materialien wie Nikawa (Tierleim), Reisbrei oder Weizenmehl verwendet.
Am bekanntesten ist der schwarze Lack (Kuro-urushi), der durch seinen fantastischen Glanz und seine glasurähnliche Tiefenwirkung besticht. Für seine Herstellung wurde in frühen Zeiten Kohlenstoff in Form von Lampenruß oder feinstem Holzkohlepulver verwendet. Später setzte man dem raffinierten Lack auch Eisen(II)-acetat (Eisengehalt zwischen 0,5 % und 2 %) zu, um eine Schwarzfärbung mit entsprechender optischer Wirkung zu erzielen. Bei schwarzem Lack, der seine Farbe durch Eisenoxid erhält, spricht man auch von Roiro- oder Kuro-roiro-urushi.
Roter Lack (Aka-urushi) wird durch die Mischung von Zinnober und Shuai-urushi (transluzenter Lack) unter Zugabe von Perillaöl hergestellt. Der Farbton variiert in Abhängigkeit vom Feinheitsgrad des Pigments von Hell bis Dunkel. Heute werden aus Kostengründen oft synthetische Pigmente verwendet.
Transparentlack bzw. Transluzentlack (Shuai-urushi) wird in der japanischen Lackkunst farbigen Lacken (Rot, Blau, Gelb und Grün) zugemischt, da diese einen größeren Feststoffanteil (Pigmente) enthalten.
Im Vergleich zum Aka-urushi ist der Bengara-urushi, welcher ebenfalls als Rotlack gilt, etwas bräunlicher. Bengara-urushi wird du
Reis mit hohem Stärkegehalt, wie er für die Bereitung von SUSHI verwendet wird, ist am besten geeignet. Er wird gekocht bis ein Brei entsteht oder ähnlich wie Weizenkörner zu Mehl vermahlen und anschließend entsprechend weiterverarbeitet. Für die Naturlacktechnik wird daneben auch seit etwa 500 Jahren Weizenmehl für Grundier- und Gestaltungsmassen aber auch zur Herstellung eines Klebers mit anderen Rohstoffen und URUSHI verarbeitet.
Diese Warmleime auf Glutinbasis sind wasserlöslich und nicht temperaturbeständig. Glutinleime können sich bei Kontakt mit Metall verfärben, wodurch sich auch die Klebekraft verringert. Es wird sowohl Hautleim als auch Knochenleim oder ein Gemisch von beiden gemeinsam mit URUSHI verwendet.
In WAJIMA wird seit über 500 Jahren Diatomenerde abgebaut. Bei Diatomenerde handelt es sich um Kieselgur - unter anderem auch bekannt als Tripel oder Celit - ein Verwitterungsprodukt aus siliciumdioxidhaltigen Schalen fossiler Kieselalgen. Die Diatomenerde wird mit hohem Arbeitsaufwand gereinigt und als Blöcke geformt und bei etwa 700°C gebrannt. Anschließend wird das Brenngut feinst gemahlen, so dass das Mineralpulver JINOKO entsteht.
Der zweite wichtige Füllstoff ist TONOKO - ein Gemisch aus bildsamen (Ton und Kaolin) und unbildsamen Mineralien. Der unbildsame Anteil liegt bei etwa 75% und besteht überwiegend aus Quarz, Feldspat und Glimmer. Weitere Spurenelemente beeinflussen die Farbe des Tones, die von weiß (SHIRO TONOKO) bis rot (AKA TONOKO) reicht. TONOKO wird in YAMASHINA bei KYOTO abgebaut.
Für KINTSUGI wird Pudergold (KINPUN, HONKIN) verarbeitet. Es steht in verschiedenen Korngrößen, -formen und Farben zur Verfügung, wobei der Farbton von reinem Gold bevorzugt Verwendung findet.