Die traditionelle Kintsugi-Technik – Handwerk und Material

Der Prozess in sechs Schritten

Vorbereitung und Reinigung der Fragmente

Die Keramikscherben müssen sauber und trocken sein. Abhängig von ihrem Zustand werden die Bruchkanten eventuell verschliffen und die Bruchflächen mit Rohlack vorbehandelt, der im Feuchtschrank ausgehärtet wird.

2. Klebung

Zum Kleben der Bruchstücke eignet sich Reisbrei mit Rohlack oder Weizenmehl mit Wasser und Rohlack. Manchmal wird auch ein Kleber aus Nikawa (Tierleim) und Rohlack hergestellt. Im Anschluss an die Verklebung der Scherben erfolgt die Aushärtung. Die Dauer der Polymerisation ist vom Klebemittel abhängig und beträgt etwa zwei bis vier Wochen. Mit verschiedenen Werkzeugen wird der überschüssige, ausgehärtete Kleber beseitigt.

Fragmente
Kleben
Glättung der Klebenaht

Ergänzung von Fehlstellen mit Sabi-urushi

Kleine Ausbrüche und flache Fehlstellen werden mit Rostlack (**Sabi-urushi**) ausgefüllt und nach der Trocknung verschliffen. Es folgen eine oder mehrere Schichten Zwischenlack mit **Roiro-urushi**, die nach der Aushärtung im Feuchtschrank ebenfalls verschliffen werden müssen.

Ergänzung von Fehlstellen

4. Zwischenlack - NAKANORI

Es folgen eine oder mehrere Schichten Zwischenlack (**Nakanuri**) mit **Roiro-urushi**, die nach der Aushärtung im Feuchtschrank ebenfalls verschliffen werden müssen.

5. Goldaplikation (Maki-e)

Der Auftrag des Unterlacks erfolgt sehr dünn mit einem geeigneten Pinsel. Mit dem Goldstreupinsel (Ashirai-kebo) wird Pudergold aufgenommen und durch Antippen mit dem Finger, während der Pinsel über die zu beschichtende Fläche gehalten wird, aufgestreut. Die Objekte werden zum Aushärten der Beschichtung wieder in den Feuchtschrank gestellt.

Vorbereitung des Goldauftrages
Goldauftrag mit Pinsel
Goldauftrag mit Streuröhrchen

6. Beseitigung von Fehlern in der Goldauflage

Oft kommt es während des Goldstreuens zu kleinen Fehlern – ungleichmäßige Linien oder Fehlstellen –, die noch beseitigt werden müssen.

Schale mit kintsugi